{"id":44239,"date":"2026-08-21T05:22:04","date_gmt":"2026-08-21T05:22:04","guid":{"rendered":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/?p=44239"},"modified":"2026-08-21T05:22:04","modified_gmt":"2026-08-21T05:22:04","slug":"antworten-auf-hoererfragen-vom-21-august","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/antworten-auf-hoererfragen-vom-21-august\/","title":{"rendered":"Antworten auf H\u00f6rerfragen vom 21. August"},"content":{"rendered":"<p>Liebe H\u00f6rerinnen und liebe H\u00f6rer,<\/p>\n<p>herzlich willkommen zum deutschen Programm von Radio Tirana. ich w\u00fcnsche Ihnen einen recht guten Empfang und zugleich ein sch\u00f6nes und erholsames Wochenende!<\/p>\n<p>Unser Freund Volker Willschrey fragt uns: Als ich das letzte Mal in Tirana war, konnte ich den wohl schmeckenden albanischen Bergtee probieren. Diesen Tee habe ich bisher nicht finden k\u00f6nnen, d\u00fcrfte aber in Albanien ziemlich bekannt sein. Vielleicht kannst Du mal in einer der Sendungen etwas \u00fcber diesen Tee berichten. Hat er auch eine gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung?<\/p>\n<p>Hier unsere Antwort<\/p>\n<p><strong>Das Geheimnis aus den albanischen Bergen: Die faszinierende Welt des \u00c7aj Mali<\/strong><\/p>\n<p>Wer einmal durch die lebendigen Stra\u00dfen von Tirana geschlendert ist und in einem traditionellen Caf\u00e9 Halt gemacht hat, wird ihn h\u00f6chstwahrscheinlich kennengelernt haben: den albanischen Bergtee, in Landessprache <strong>\u00c7aj Mali<\/strong> genannt. Mit seinem milden, leicht blumigen und unverkennbar aromatischen Geschmack hat er schon viele Reisende in seinen Bann gezogen. Doch au\u00dferhalb des Balkans ist diese kostbare Spezialit\u00e4t gar nicht so leicht zu finden.<\/p>\n<p><strong>Was macht den \u00c7aj Mali so besonders?<\/strong><\/p>\n<p>Botanisch geh\u00f6rt der Bergtee zur Gattung Sideritis (h\u00e4ufig Sideritis raeseri oder Sideritis scardica). Der Name leitet sich vom griechischen Wort f\u00fcr Eisen ab, da die Pflanze fr\u00fcher traditionell dazu genutzt wurde, Wunden zu heilen, die durch Eisenwaffen geschlagen wurden.<\/p>\n<p>Die Pflanzen wachsen wild in den unber\u00fchrten, kalkhaltigen Hochlagen Albaniens \u2013 oft weit \u00fcber 1.000 Metern H\u00f6he. Da sie in freier Natur unter extremen Wetterbedingungen gedeihen, entwickeln sie eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Konzentration an \u00e4therischen \u00d6len und Antioxidantien. Geerntet werden die getrockneten St\u00e4ngel, Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter meist von Hand.<\/p>\n<p><strong>Gesundheitliche Wirkung: Mehr als nur ein Genussmittel<\/strong><\/p>\n<p>Was die albanischen Gro\u00dfm\u00fctter seit Jahrhunderten wissen, wird mittlerweile auch durch die moderne Wissenschaft gest\u00fctzt. \u00c7aj Mali ist weit mehr als ein w\u00e4rmendes Getr\u00e4nk:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>St\u00e4rkung des Immunsystems:<\/strong> Dank reichlich enthaltener Polyphenole und Antioxidantien hilft der Tee dem K\u00f6rper, freie Radikale zu bek\u00e4mpfen und Erk\u00e4ltungskrankheiten vorzubeugen.<\/li>\n<li><strong>Entz\u00fcndungshemmend und Magen-Darm-freundlich:<\/strong> Traditionell wird er bei Verdauungsbeschwerden, Bl\u00e4hungen oder leichten Magenkr\u00e4mpfen eingesetzt.<\/li>\n<li><strong>Wohltuend bei Husten und Erk\u00e4ltung:<\/strong> Die \u00e4therischen \u00d6le beruhigen die Atemwege, lindern Halsschmerzen und helfen bei verschleimten Bronchien.<\/li>\n<li><strong>Koffeeinfrei und beruhigend:<\/strong> Da der Bergtee von Natur aus kein Koffein enth\u00e4lt, wirkt er stressmindernd und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken werden.<\/li>\n<li><strong>Faszinierende neurologische Forschung:<\/strong> Neuere Studien untersuchen sogar das Potenzial von Bergtee im Hinblick auf die Gehirngesundheit und die Pr\u00e4vention von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zubereitung wie in Albanien<\/strong><\/p>\n<p>Traditionell werden die getrockneten Kr\u00e4uterzweige ein paar Minuten lang in Wasser abgekocht, statt sie nur kurz mit hei\u00dfem Wasser zu \u00fcbergie\u00dfen. Das sorgt daf\u00fcr, dass sich die wertvollen Inhaltsstoffe und das volle Aroma optimal entfalten. Serviert wird er ganz klassisch mit einer Scheibe Zitrone und etwas Honig.<\/p>\n<p>Unser Freund Borys fragt uns \u00fcber den Neuron-See<\/p>\n<p>Hier unsere Antwort<\/p>\n<p><strong>Das R\u00e4tsel aus der Tiefe: Der \u201eNeuron-See\u201c in Albanien<\/strong><\/p>\n<p>Tief im unwegsamen Karstgebirge des s\u00fcdlichen Albaniens, nahe der griechischen Grenze, ist tschechischen Geologen eine Sensation gelungen: Sie entdeckten und verma\u00dfen den weltweit gr\u00f6\u00dften bekannten unterirdischen Thermalsee. Benannt nach der finanzierenden Neuron Foundation, gibt der <strong>Neuron-See<\/strong> (Liqeni i Neuronit) seither nicht nur Forschern R\u00e4tsel auf, sondern weckt auch internationales Interesse.<\/p>\n<p>Hier sind die Antworten auf Ihre brennenden Fragen rund um diese spektakul\u00e4re Entdeckung:<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Forschung: Wie beteiligt sich Albanien?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Entdeckung geht auf ein tschechisches H\u00f6hlenforscherteam unter der Leitung von Marek Audy zur\u00fcck, das die Region um Leskovik und das Vromoner-Tal (nahe dem Fluss Vjosa) untersuchte. Obwohl die Expedition prim\u00e4r privat und durch die tschechische Stiftung finanziert wurde, arbeitet das Team eng mit lokalen Beh\u00f6rden und Fachleuten zusammen. Die Daten des mithilfe von moderner LIDAR-Technologie und Laserscannern vermessenen Sees flie\u00dfen in gemeinsame hydrogeologische und speleologische Datenbanken ein. Albanische Institutionen erkennen das immense wissenschaftliche Potenzial zunehmend an, da die Region dadurch stark in den Fokus der internationalen Geologie ger\u00fcckt ist.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Nutzung: Pl\u00e4ne f\u00fcr Kommerzialisierung oder Therapie?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Konkrete, gro\u00df angelegte kommerzielle Projekte direkt im H\u00f6hlensystem existieren derzeit noch nicht, da sich die Entdeckung im Stadium der wissenschaftlichen Erschlie\u00dfung befindet. Das schwefelhaltige Thermalwasser, das aus den Quellen des umliegenden Gebiets entspringt, wird jedoch im weiteren Umkreis bereits f\u00fcr sein therapeutisches und touristisches Potenzial gesch\u00e4tzt. Ob der unterirdische See selbst jemals touristisch zug\u00e4nglich gemacht wird, ist aufgrund der extremen Bedingungen fraglich \u2013 das Potenzial f\u00fcr den lokalen Gesundheitstourismus in der Region Leskovik ist allerdings un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Territorium: Liegt der See vollst\u00e4ndig in Albanien?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ja. Der \u201eAtmos\u201c-Schacht, an dessen rund 127 Metern Tiefe liegendem Grund sich der See befindet, liegt <strong>vollst\u00e4ndig auf albanischem Staatsgebiet<\/strong> in der Region Vromoner (Gemeinde Leskovik). Er befindet sich zwar im bergigen Grenzgebiet zum Nachbarland Griechenland, \u00fcberschreitet die Grenze jedoch geografisch nicht.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Zug\u00e4nglichkeit: Ist der See f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit frei?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Nein, der See ist f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit strikt unzug\u00e4nglich.<\/strong><\/p>\n<p>Um zu dem rund 138 Meter langen und 42 Meter breiten Gew\u00e4sser zu gelangen, muss ein \u00fcber 100 Meter tiefer, t\u00fcckischer Abgrund (Atmos) \u00fcberwunden werden. Zudem herrscht in der H\u00f6hlenkuppel eine besondere Atmosph\u00e4re: Das schwefelreiche Wasser gast Schwefelwasserstoff aus, was zu starken Ger\u00fcchen f\u00fchrt. Der Ort bleibt daher vorerst ausschlie\u00dflich professionellen Speleologen, Geologen und spezialisierten Expeditionsteams mit schwerem Sicherheits- und Kletterequipment vorbehalten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe H\u00f6rerinnen und liebe H\u00f6rer, herzlich willkommen zum deutschen Programm von Radio Tirana. ich w\u00fcnsche Ihnen einen recht guten Empfang und zugleich ein sch\u00f6nes und erholsames Wochenende! Unser Freund Volker Willschrey fragt uns: Als ich das letzte Mal in Tirana war, konnte ich den wohl schmeckenden albanischen Bergtee probieren. Diesen Tee habe ich bisher nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":44240,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-44239","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-horerpost"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44239"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44241,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44239\/revisions\/44241"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rtsh.al\/rti\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}